Harnröhrenverengung
Harnröhrenverengung
Die Harnröhre ist der Kanal zwischen der Spitze des Penis und der Harnblase, der den Urin aus dem Körper transportiert. Eine Harnröhrenverengung (Urethrastriktur) ist eine mechanische Erkrankung, die den problemlosen Abfluss des Urins aus der Blase verhindert und letztlich dazu führt, dass sich Urin in der Blase ansammelt und die Blase nicht vollständig entleert werden kann.
Was ist eine Harnröhrenverengung (Urethrastriktur)?
Die Harnröhre ist der Kanal zwischen der Spitze des Penis und der Harnblase, der den Urin aus dem Körper transportiert. Eine Harnröhrenverengung (Urethrastriktur) ist eine mechanische Erkrankung, die den problemlosen Abfluss des Urins aus der Blase verhindert und letztlich dazu führt, dass sich Urin in der Blase ansammelt und die Blase nicht vollständig entleert werden kann.
Die Urethrastriktur ist eine Erkrankung, die etwa 0,5–1 % der Männer betrifft und durch eine Schädigung der Harnröhrenzellen (Urethraepithel) aus verschiedenen Gründen entsteht. Dies führt zu einer Fibrose (Narbenbildung) im Epithel oder in der Struktur, die den Harnröhrenkanal bildet. Die Verengung entsteht durch Verletzungen oder Schädigungen der Harnröhre und des umliegenden Gewebes. So wie sich bei Hautverletzungen Spannungen und Verdickungen bilden, entsteht auch bei Verletzungen der Harnröhre Narbengewebe. Wenn diese Spannung und Verdickung das enge Lumen der Harnröhre blockieren, kann der Urin die Harnröhre nicht oder nur erschwert passieren, abhängig vom Grad der Verengung. Dadurch sammelt sich der Urin in der Blase und kann nicht vollständig entleert werden.
Traumata, bestimmte medizinische Anwendungen wie Strahlentherapie bei Prostatakrebs, einige chirurgische Eingriffe in diesem Bereich sowie bestimmte Infektionen wie Gonorrhoe können eine Urethrastriktur verursachen. Die Ursachen der Harnröhrenverengung variieren je nach Alter des Patienten und Lage der Verengung. Vordere Harnröhrenstrikturen entstehen meist durch Infektionen (40 %), medizinische Eingriffe (iatrogen – 40 %) oder Traumata, während hintere Harnröhrenstrikturen nach Beckenfrakturen oder chirurgischen Eingriffen auftreten. Manchmal kann keine Ursache gefunden werden (15–20 %). Die Länge der Verengungen kann zwischen wenigen Millimetern und mehreren Zentimetern variieren.
Was sind die Symptome einer Harnröhrenverengung?
Schwierigkeiten beim Beginn des Wasserlassens
Langsamer oder schwacher Harnstrahl
Nachträufeln nach dem Wasserlassen
Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
Blut im Urin
Häufigeres Wasserlassen
Unvollständige Blasenentleerung
Harnwegsinfektionen
In schweren Fällen kann die Harnröhre vollständig blockiert werden und zu einem akuten Harnverhalt führen, der eine sofortige medizinische Behandlung erfordert. Aufgrund der Urethrastriktur können auch sexuelle Funktionsstörungen wie Schwierigkeiten beim Erreichen oder Aufrechterhalten einer Erektion oder schmerzhafte Ejakulation auftreten. Manche Patienten stellen sich mit wiederkehrenden Harnwegsinfektionen, Prostatitis, Epididymo-Orchitis oder Blasensteinen vor.
Wie wird eine Harnröhrenverengung diagnostiziert?
Klinische Anamnese
Symptom-Bewertung
Körperliche Untersuchung
Uroflowmetrie und Ultraschall, Restharnmessung
Urethrographie
Urethrozystoskopie (in einigen Fällen)
Vor der Behandlung einer Urethrastriktur sollte eine ausführliche Anamnese bezüglich der Ursache erhoben werden. Bei der körperlichen Untersuchung ist die Beurteilung von Veränderungen der Harnröhrenöffnung sowie das Abtasten von Narbengewebe in der vorderen Harnröhre bei sogenannten Lichen-sclerosus-Fällen wichtig. Bei Patienten mit Urethrastriktur sollten die maximale Harnflussrate und das Miktionsmuster mittels Uroflowmetrie beurteilt werden. Zur Beurteilung von Blasenpathologien und zur Messung der Restharnmenge kann eine Ultraschalluntersuchung erforderlich sein. Zur Bestimmung der genauen Lage und Länge der Verengung kann eine retrograde Urethrographie (RUG) durchgeführt werden. Besonders bei vorderen Harnröhrenstrikturen gilt die retrograde Urethrographie als Goldstandard. Bei hinteren Harnröhrenstrikturen und Blasenhals-Pathologien ist die Urethrographie jedoch unzureichend, weshalb in solchen Fällen eine Kombination aus Miktionszystourethrographie und Urethrographie durchgeführt werden sollte.
In Fällen, in denen keine eindeutige Diagnose gestellt werden kann, kann eine Urethrozystoskopie erforderlich sein. Die flexible Zystourethroskopie, die gleichzeitig über die äußere Harnröhrenöffnung oder einen suprapubischen Zugang durchgeführt wird, kann ein wichtiges diagnostisches Mittel zur Bestimmung von Lage und Länge der Verengung sein. Nachdem Lage und Länge der Verengung geklärt wurden, werden Methode und Zeitpunkt der Behandlung geplant.
Wie wird eine Harnröhrenverengung behandelt?
Die Behandlung von Harnröhrenstrikturen variiert je nach Ursache, Lokalisation, Anzahl, Länge der Verengung, Schweregrad der Fibrose (Spongiofibrose), früheren Behandlungsversuchen und Alter des Patienten. Relativ kurze und einfache Strikturen werden endoskopisch behandelt, während lange und komplexe Strikturen mit einer ein- oder zweistufigen offenen Operation (Urethroplastik) behandelt werden.
1- Erweiterung der Harnröhre (Dilatation)
Dies kann mit Metalldilatatoren, Ballondilatation oder Kathetern durchgeführt werden. Diese Behandlungsmethode kann bei kurzen segmentalen Strikturen (<1 cm) vorübergehende Erleichterung verschaffen, indem das Narbengewebe geöffnet wird. Sie wird in der Regel bei Patienten mit zusätzlichen Erkrankungen angewendet, die keine weiteren Eingriffe tolerieren können und eine begrenzte Lebenserwartung haben. In seltenen Fällen kann sie bei kurzen Strikturen ohne ausgeprägtes Narbengewebe jedoch eine vollständige Heilung ermöglichen.
2- Medikamentenbeschichtete Ballontherapie (Optilume)
Optilume (medikamentenbeschichteter Ballonkatheter) ist ein minimalinvasives Verfahren zur Behandlung von Harnröhrenstrikturen. Optilume ist mit dem Wirkstoff Paclitaxel beschichtet und erweitert die Harnröhre mithilfe eines Ballons, während das Medikament direkt an die verengte Stelle abgegeben wird. Es handelt sich um ein relativ neues Verfahren, das die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens der Verengung deutlich reduziert. Es werden vielversprechende Ergebnisse erzielt, und die Methode wird zunehmend beliebter bei Patienten mit Harnröhrenverengung.
Mit diesem mit Paclitaxel beschichteten Ballonkatheter wird die Harnröhre nicht nur erweitert, sondern das Medikament wird direkt an die verengte Stelle abgegeben, wodurch die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Auftretens deutlich reduziert wird. Die Erholung nach dem Eingriff verläuft schnell und der Eingriff ist relativ schmerzarm. Die meisten Patienten können innerhalb weniger Tage nach dem Eingriff zu ihren normalen Aktivitäten zurückkehren. Während des Eingriffs wird ein kleiner flexibler Ballonkatheter oder Stent in die Harnröhre eingeführt. Mithilfe des Ballons wird die Verengung erweitert, während gleichzeitig das Medikament an dieser Stelle freigesetzt wird.
Einer der wichtigsten Vorteile von Optilume ist, dass es sich um ein minimalinvasives Verfahren handelt, was weniger Schäden am umliegenden Gewebe bedeutet. Optilume bietet außerdem eine schnellere Genesung sowie weniger Schmerzen und Beschwerden für den Patienten. Da das Verfahren minimalinvasiv ist, werden auch Risiken wie Infektionen, Blutungen oder Verletzungen des umliegenden Gewebes reduziert. Es handelt sich in der Regel um einen ambulanten Eingriff. Dank des enthaltenen Medikaments wird eine schlechte Wundheilung verhindert, die zu erneutem Narbengewebe und damit zu einer erneuten Verengung führen könnte.
Die Informationen dienen nur der Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung.

